(2009-1-IT2-GRU06-06473-3)
Die Lernpartnerschaft "Breakable Workers" dient der Vernetzung zwischen sozialen Unternehmen in Österreich, Deutschland und Belgien. Es soll zum Lernen voneinander anregen und trägt zum Austausch der in den teilnehmenden Ländern unterschiedlichen Modelle sozialer Unternehmen bei. Das Projekt wird durch das europäische Grundtvig Programm gefördert und dauert von 2009 bis 2011.
Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung [Mitteilung] trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.
Das vierte und letzte Treffen des Grundtvig-Projekts fand vom 20. bis 22. Juni 2011 in der belgischen Hauptstadt Brüssel statt. Es ermöglichte den Austausch und die Vernetzung zwischen 25 MitarbeiterInnen und GeschäftsführerInnen von sozialen Unternehmen aus Österreich, Deutschland und Belgien.
Interessante Diskussionen ...
In einem ersten Schwerpunkt diskutierten wir die Unterschiede in der Struktur und die aktuellen Herausforderungen für die sozialen Unternehmen unserer drei Länder: Dürfen die Unternehmen am Markt agieren? Wie werden sie gefördert? Welchen aktuellen Herausforderungen müssen sie sich stellen und wie versuchen sie (Langzeit-)Arbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren? Da die Generalversammlung von ENSIE (European Network for Social Integration Enterprises), der europäischen Interessensvertretung für soziale Integrationsunternehmen, gleichzeitig mit unserem Projekttreffen abgehalten wurde, konnten auch VertreterInnen aus Italien, Spanien, der Tschechischen Republik, Rumänien, Portugal und Luxemburg spannende Berichte aus ihren Ländern in die gemeinsame Diskussion einbringen.
... und spannende Betriebsbesichtigungen
Zusätzlich hatten wir in Belgien die Möglichkeit, zwei interessante soziale Unternehmen zu besichtigen. In Brüssel besuchten wir das Projekt „Recyclart“, welches in einer Tischlerei, einer Metallwerkstatt und einer Malerei Theaterinstallationen und Möbel für den öffentlichen Raum herstellt und zusätzlich noch ein kleines Restaurant/Café betreibt. Recyclart bietet etwa 20 Transitarbeitskräften zwei Jahre lang sichere Arbeitsplätze. Während der letzten sechs Monate sollen die ArbeitnehmerInnen in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden.
Das zweite Unternehmen „Groupe Terre“ beschäftigt in der Nähe von Liège etwa 300 MitarbeiterInnen. Terre sortiert jede Woche bis zu 30 Tonnen Second-Hand-Kleidung, ist aber auch in der Verarbeitung und dem Recycling von Altpapier und Glas tätig und erzeugt Dämmmaterial sowie Metallaufbauten für die Baubranche. Neben der Schaffung von sicheren, unbefristeten Arbeitsplätzen steht vor allem die Solidarität und Zusammenarbeit mit den Ländern der Dritten Welt im Vordergrund.
Terre ist ein bereits seit Jahrzehnten durch die MitarbeiterInnen selbst verwaltetes Unternehmen. Alle MitarbeiterInnen erhalten durch ihre Tätigkeit im Betrieb ein automatisches Stimmrecht in den „Generalversammlungen“ und anderen Entscheidungsgremien, wo sie alle Entschlüsse des Unternehmens diskutieren und selbst mitentscheiden können – von der Anschaffung neuer LKWs über die Erschließung neuer Geschäftsfelder bis hin zur Lohnstruktur im eigenen Betrieb.
Somit war auch dieses Abschlusstreffen wieder sehr aufschlussreich und eine gute Möglichkeit, andere Betriebe, Modelle und Systeme kennenzulernen und Anregungen ins eigene Land mitzunehmen.
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Das dritte Treffen des Projekts "Breakable Workers" fand am 31. März und 1. April 2011 in der belgischen Stadt Gent statt und widmete sich dem Thema Ausbildung und Qualifizierung in sozialen Unternehmen.
Am ersten Tag des Treffens besuchten die 23 TeilnehmerInnen vier soziale Unternehmen in Gent. Im Gegensatz zu Deutschland und Österreich bekommen Transitarbeitskräfte in Belgien normalerweise unbefristete Arbeitsverträge: sie können jederzeit in den ersten Arbeitsmarkt wechseln, bei Bedarf aber auch dauerhaft in ihnen sozialen Unternehmen bleiben.
Am zweiten Tag diskutierten die TeilnehmerInnen aus Österreich, Deutschland und Belgien die Qualifizierung der MitarbeiterInnen in ihren sozialen Unternehmen. Ein besonderer Schwerpunkt waren die doppelten Anforderungen an Schlüsselarbeitskräfte sozialer Unternehmen, welche sowohl fachlich qualifizierte ArbeitsanleiterInnen sind, gleichzeitig aber auch über umfangreiche sozialpädagogischen Fähigkeiten verfügen müssen.
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