In den Diskussionen zum Qualifikationsrahmen zeigten die VertreterInnen der SIU großes Interesse am geplanten Qualifikationsrahmen - speziell daran, dass informelles Lernen anerkannt - also de facto aufgewertet - werden soll.
Die Meilensteine
Im Zentrum steht das praktische Lernen. Eine breite Palette an Anlerntätigkeiten wird mit betrieblicher und außerbetrieblicher Weiterbildung kombiniert.
Die Verbindung vom arbeitsintegrierten zum non-formalen Lernen wird hergestellt: Während und nach der Transitzeit werden vielfach Kurse absolviert.
Schlüssekompetenzen werden erweitert – auch im Sinne von Orientierung in einer sich verändernden (Arbeits-)Welt.
Vielfach gelingt auch die Verbindung zur formalen Bildung: Jugendliche beginnen Ausbildungen, immer wieder führen Ermutigung und die Möglichkeit zur praktischen Überprüfung von Kenntnissen und Fertigkeiten zu außerordentlichen Lehrabschlussprüfungen.
Kompetenzerfassung ist Alltag in SIU.
Wichtig ist nicht "nur" der Erwerb fachlicher Kenntnisse. Die TransitmitarbeiterInnen erfahren sich als lernfähig - nicht zuletzt aufgrund der generellen Aufmerksamkeit gegenüber Lernfortschritten in SIU.
Es gibt eine Vielzahl an Verfahren; mulitprofessionelle Teams haben ihre Chancen auf ein Feedback im Sinne eines fundierten Empowerments wahrgenommen. „Fundiert“ auch insofern, als Selbst- und Fremdeinschätzung laufend in der betrieblichen Praxis überprüft werden.
VertreterInnen von unterschiedlichen Systemen der Kompetenzerfassung analysierten gemeinsam mit Monika Kastner von der Universität Klagenfurt die Vorzüge und Gemeinsamkeiten der Ansätze, auch die Schwächen der Praxen und die Grenzen der Lernräume.
Die interessante Diskussion mündete in dem Wunsch, miteinander an einem flexiblen Instrument zu arbeiten, das allen interessierten SIU zur Verfügung gestellt werden soll. Diese können es ihrem Bedarf entsprechend erweitern oder kürzen.
Zunächst sollen die aktuellen Qualitätsstandards der Erwachsenenbildung diskutiert werden.
Die Kooperation mit Monika Kastner von der Abteilung für Erwachsenen- und Berufsbildung - Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung (IFEB), die Bildungsarbeit mit bildungsbenachteiligten Zielgruppen zu ihren Schwerpunkten zählt, soll weiter geführt werden.
Die Initiative für diese Kooperation ging vom Landesverband Kärnten aus.
Es fanden Gespräche mit vielen
ExpertInnen statt, die mit dem NQR befasst sind.
Das Interesse an der Bildungsarbeit, die in SIU passiert, ist vorhanden - allerdings ist bisher wenig über den "Lernraum SIU" bekannt.
Im Dezember wurde das Projekt SYSKOM
auf der NQR-Fachtagung vorgestellt. Das Thema war
"Wie könnte der NQR Menschen mit einer anderen als einer
formalen Bildung nützen?
Wie können wir die Implementierung des NQR in diesem Sinn
nützen?"
Die im bdv gesammelten Überlegungen wurden auf der vom bmukk organisierten Tagung im BIFEB Strobl interessiert aufgenommen und diskutiert.
Die wichtigsten Thesen
Der NQR ist eine Chance,
-> Potenziale von Menschen mit einer anderen als formalen Bildung sichtbar zu machen,
-> die Expertise der SIU sichtbar zu machen,
-> arbeitsintegriertes Lernen sichtbar machen und
-> Potenziale sichtbar machen, die sich aus einem erweiterten Arbeits- und Lernbegriff ergeben.
SIU sind ein wichtiger Lernraum, denn
-> Arbeitsintegriertes Lernen ist DIE Lernform für Menschen mit einer anderen als formalen Bildung
-> SIU haben die Potenziale für eine breite Basisbildung, für fachliche Bildung ... bis hin zur politischen Bildung und zur Erweiterung von Schlüsselkompetenzen.
-> In SIU haben die (Transit-) MitarbeiterInnen die Chance, sich in Gruppen produktiv mit sich verändernden Arbeits- und Lebenswelten auseinander zu setzen.
-> Vorhanden ist auch eine Vielfalt an Kompetenzerfassungssystemen. Schlüsselkräfte sind daher DIE ExpertInnen für die Erfassung des informell Gelernten.
Zur Tagung
Link: l3lab.erwachsenenbildung.at/?p=421